Rückstände von Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln in Weizen der Ernte 2019

Im Rahmen der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE) 2019 wurden am Max Rubner-Institut, Standort Detmold, insgesamt 119 Weizenvolldruschproben auf das Vorkommen von Rückständen an Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln untersucht. Die Aufarbeitung und analytische Charakterisierung der BEE-Proben erfolgte nach DIN EN 15662:2018 „Pflanzliche Lebensmittel – Multiverfahren zur Bestimmung von Pestizidrückständen mit GC und LC nach Acetonitril-Extraktion/Verteilung und Reinigung mit dispersiver SPE – Modulares QuEChERS-Verfahren“.

Die an den BEE-Proben durchgeführten Rückstandsuntersuchungen sind nicht unmittelbar vergleichbar mit den
Untersuchungen der amtlichen Lebensmittelüberwachung bezüglich der Einhaltung von Rückstandshöchstgehalten (RHG) in Lebens- und Futtermitteln. Die im EU-Recht verankerten RHG sind maximale Gehalte von Rückständen in Lebensmitteln und Futtermitteln, die für jeden Wirkstoff und aufgeschlüsselt nach Produkten festgelegt werden und dem Vorsorgeprinzip folgen. Die Grundlage der RHG-Festsetzung bilden Rückstandsversuche, die entsprechend der beantragten und zur Bekämpfung des Schaderregers erforderlichen Anwendung eines Pflanzenschutzmittels durchgeführt werden. Nur wenn die Höhe der so ermittelten Rückstände gesundheitlich vertretbar ist, kann eine Festsetzung eines Höchstgehaltes erfolgen. Nach der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 über Höchstgehalte an Pestizidrückständen sind die festgesetzten RHG nach der Ernte ab dem Zeitpunkt ihres Inverkehrbringens als Lebensmittel oder Futtermittel einzuhalten. Die Untersuchungen der BEE-Proben beziehen sich hingegen auf „feldfrische Rohware“.

Ergebnisse der Untersuchungen

Die Weizenvolldruschproben wurden auf nachfolgend aufgelisteten 69 verschiedenen Wirkstoffe (ausgenommen Metabolite und Isomere) untersucht.

  • Amidosulfuron
  • Azoxystrobin
  • Beflubutamid
  • Bentazon
  • Benzylbenzoat
  • Bifenox
  • Bixafen
  • Boscalid
  • Bromoxynil
  • Bromuconazol
  • Carfentrazon
  • Chlorpyrifos-methyl
  • Cyflufenamid
  • Cyfluthrin
  • Cyhalothrin
  • Cypermethrin
  • Cyproconazol
  • Cyprodinil
  • Deltamethrin
  • Difenoconazol
  • Diflufenican
  • Dimethoat
  • Dimoxystrobin
  • Epoxiconazol
  • Esfenvalerat
  • Fenoxaprop-P
  • Fenpropidin
  • Fenpropimorph
  • Florasulam
  • Fludioxonil
  • Flufenacet
  • Flumioxazin
  • Fluopyram
  • Flupyrsulfuron
  • Flurtamon
  • Fluvalinate-tau
  • Fluxapyroxad
  • Isoproturon
  • Isopyrazam
  • Kresoxim-methyl
  • Mepiquat
  • Metconazol
  • Metrafenon
  • Metsulfuron-methyl
  • Penoxasulam
  • Picolinafen
  • Pendimethalin
  • Picoxystrobin
  • Pirimicarb
  • Pirimiphos-methyl
  • Prochloraz
  • Propiconazol
  • Prosulfocarb
  • Prothioconazol
  • Proquinazid
  • Pyraclostrobin
  • Pyrimethanil
  • Pyriofenon
  • Pyroxsulam
  • Quinoxyfen
  • Silthiofam
  • Spiroxamin
  • Tebuconazol
  • Tetraconazol
  • Thiacloprid
  • Thiophanat-methyl
  • Triadimenol
  • Triasulfuron
  • Triticonazol

In 39 Proben der Ernte 2019 konnten keine quantifizierbaren Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden
werden.

In den insgesamt 80 Proben mit Rückstandsbefunden wurden 18 unterschiedliche Wirkstoffe nachgewiesen. Von diesen Proben mit positiven Befunden wiesen 54 Proben Einfach- und 26 Proben Mehrfachrückstände auf. In 3 Mustern wurde eine Höchstmengenüberschreitung festgestellt. In den übrigen 77 Proben waren die ermittelten Rückstandsgehalte ≥ 0,005 mg/kg und <EU-RHG.

Nachweishäufigkeit (n) verschiedener Wirkstoffe in Weizenvolldruschproben der BEE 2019 unterteilt in die Bereiche ≥0,005 mg/kg<0,01 mg/kg, ≥0,01 mg/kg <EU-RHG und ≥ EU-RHG
Wirkstoff  >= 0,005 mg/kg < 0,01 mg/kg >=0,01 mg/kg <EU-RHG   >= EU-RHG             
Azoxystrobin 5 1 -
Benzovindiflupyr 3 - -
Bifenox 1 - -
Boscalid 1 8 -
Carfentrazon 1 1 -
Deltamethrin 1 1 -
Epoxiconazol 2 8 -
Fenpropidin 1 1 -
Fluxapyroxad 4 3 -
Isopyrazam 2 - -
Metconazol 4 - -
Metrafenon 2 1 2
Prochloraz 1 1 -
Proquinazid 1 - -
Prosulfocarb - 1 -
Prothioconazol 1 1 -
Tebuconazol 24 31 -
Triticonazol - - 1

Hinweis:
Da die Vielzahl an möglichen Rückständen von Pflanzenschutzmitteln mit Multimethoden nicht zu erfassen ist, geben die Ergebnisse lediglich erste Hinweise auf bestimmte Rückstandsbelastungen von Weizen, die im Rahmen der Risiko basierten Überwachung der Länder nach dem Inverkehrbringen als Lebensmittel oder Futtermittel einfließen können.

Quelle: Max-Rubner-Institut