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Kuhschlachtungen im Süden Deutschlands steigen

Die lange Dürre im Sommer 2026 hat laut Medien zu einer Futterknappheit bei den Rinderhaltern geführt, die deshalb vermehrt ihre Tiere ins Schlachthaus bringen. Eine aktuelle Auswertung der wöchentlichen Schlachtdaten nach der 1. Fleischgesetz-Durchführungsverordnung durch das Bundeszentrum für Landwirtschaft (BZL) kann dies in Teilen bestätigen.

In den süddeutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg nehmen die wöchentlichen Kuhschlachtungen in den meldepflichtigen Betrieben seit Anfang Juli merklich zu. Sie lagen Mitte August mit 8.462 nach Handelsklassen abgerechneten Tieren so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Süddeutschland 4,5 Prozent mehr Kühe als im Vorjahreszeitraum geschlachtet, von Anfang Juli bis Mitte August wurde das Vorjahresniveau um rund 20 Prozent übertroffen. Zu diesem Anstieg hat beigetragen, dass insbesondere mehr Tiere mit geringer Fleischigkeit (Handelsklassen O und P) ins Schlachthaus geliefert wurden. Das könnte darauf hindeuten, dass sich Landwirtinnen und Landwirte vermehrt von älteren und nicht mehr leistungsstarken Tieren getrennt haben.

Weniger Kühe im Norden 

Ganz anders sieht die Situation im Norden Deutschlands aus. In den Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern lagen die Schlachtungen von Kühen aller Handelsklassen in diesem Jahr in der Regel unter dem Vorjahresniveau, welches auch im Juli bis Mitte August nicht übertroffen wurde. In Deutschland insgesamt haben die Kuhschlachtungen, auch aus saisonalen Gründen, zuletzt zugenommen. Von Anfang Juli bis Mitte August lagen sie um 5,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums, im ersten Halbjahr waren es nur 1,2 Prozent. Das größere Angebot hat den durchschnittlichen Schlachtkuhpreis innerhalb von sieben Wochen von 5,75 Euro auf 4,93 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht für alle Handelsklassen im Bundesgebiet sinken lassen.

Rinderschlachtungen bisher nicht gestiegen

Bei anderen Rindern ist bei den Schlachtungen von Jungbullen, Färsen oder Kälbern bisher noch kein auffälliger Anstieg während der Hitzeperiode festzustellen, auch nicht in Süddeutschland. Meist lag die Zahl der nach Handelsklassen abgerechneten Tiere im Juli unter dem Vorjahresniveau. Sollten die Futtervorräte anhaltend knapp bleiben, könnte sich das Bild aber durch einen möglichen Abbau von Tierbeständen noch ändern.

Das BZL veröffentlicht jeden Mittwochnachmittag die aktuellen Auszahlungspreise und Schlachtmengen von Rindern, Schweinen und Schafen. Zurückliegende Daten können im Archiv heruntergeladen werden. Die Preismeldung umfasst meldepflichtige Betriebe, die wöchentlich durchschnittlich mehr als 500 Schweine oder 150 Rinder oder 75 Schafe schlachten. Die Erhebung erfolgt in Zusammenarbeit mit den Landesstellen als Erhebung nach der 1. Fleischgesetz-Durchführungsverordnung (1. FlGDV).