Landwirtschaftliche Gesamtrechnung: Zweite Schätzungen für 2020

Die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung schätzt den Produktionswert auf 56,8 Mrd. € und liegt 3% unter dem Vorjahr. Die Trockenheit in 2018 führte zu einer Verringerung um 7%. Auswirkung der Corona-Pandemie sind geringer als jene der Trockenheit 2018.

Ein Säulendiagramm zeigt die Entwicklung des Bruttoproduktionswertes nach der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung. Der Produktionswert für pflanzliche und tierische Erzeugung wird als gestapeltes Säulendiagramm angezeigt. Es werden die Jahre 2010 bis 2020 angezeigt. Für das Jahr 2020 wurde ein Balken gesetzt um das unterschreiten und überschreiten der Vorjahre zu verdeutlichen. Der Produktionswert lag 2019 über dem von 2020. Das Jahr 2018 unterschreitet den Wert. Als Quelle wird die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung das Statistische Bundesamt und das BZL aufgeführt. Der Datenstand für 2020 ist vorläufig.
Entwicklung des Bruttoproduktionswertes nach der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung

Anmerkung:

Die Schätzungen der Verkaufsmengen bei Saaten, Fleisch und Milch beruhen auf den gemeldeten Daten für die Monate Januar bis Oktober / Dezember. Die fehlenden Monate wurden mit den Werten der Vorjahresmonate ergänzt. Die Schätzung der Preise wurde bei Saaten anhand der veröffentlichten Daten und unter Berücksichtigung der Marktentwicklungen bewertet. Der jeweilige Jahresdurchschnittspreis wurde als gewichteter Mittelwert bestimmt. Der Preis bei Fleisch wurde auf der Basis der Preismeldung Fleisch als gewichteter Preis ermittelt. Angaben zu Investitionen, Abschreibungen und zum Arbeitseinsatz wurden aus den Daten des Testbetriebsnetzes für das Wirtschaftsjahr 2019/20 übernommen.

Pflanzliche Erzeugnisse:

Die für das Jahr 2020 ermittelte Getreideernte beträgt ca. 43,2 Mio. t. Die Trockenheit im Jahr 2018 setzte sich in den Jahren 2019 und 2020 fort. In Deutschland sind die Auswirkungen spürbar, dennoch sind die Ernteergebnisse besser als im Jahr 2018.

Der durchschnittliche Verkaufserlös bei Getreide wird mit knapp 7 Mrd. Euro für die zweite Schätzung um 1,6 % geringer als in 2019 eingeschätzt.

Bei Weizen wurde ein Produktionswert von 3,6 Mrd. Euro ermittelt. Die Verkaufsmenge wird auf 19,4 Mio. t mit einem Durchschnittspreis von Weizen liegt bei 169 Euro / t für das gesamte Jahr 2020 geschätzt.

Roggen für Nahrungszwecke erreicht eine Verkaufsmenge von geschätzten 778 Tsd. t und für Futterzwecke eine Menge von 1,05 Mio. t. Bei einem Preis für Roggen von 130 Euro / t wird ein Produktionswert für das Jahr 2020 von 523 Mio. Euro erwartet.

Gerste insgesamt erreicht eine geschätzte verwendbare Menge von ca. 11,1 Mio. t., mit einem errechneten Durchschnittspreis von 153 Euro pro Tonne. Daraus errechnet sich ein Produktionswert von knapp 1,7 Mrd. Euro. Diesen Zahlen liegt ein geschätzter Verkauf von 1,35 Mio. t Braugerste zu Grunde. Futtergerste erreichte mit einem jahresdurchschnittlichen Preis von 148 Euro / t einen Produktionswert von 1,4 Mrd. Euro.

Die Ernte von Körnermais erreicht den Vorjahreswert. Der Preis liegt mit 169 Euro / t gegenüber der ersten Schätzung höher. Der geschätzte Produktionswert von 739 Mio. Euro liegt 6,3 % über dem Vorjahr.

Bei Futterpflanzen stieg die produzierte Menge um 2,6 % an. Der um 6,7 % niedrigere Marktpreis für Raufutter führt zu einem Rückgang des Produktionswertes bei Futterpflanzen auf knapp 5,3 Mrd. Euro.

Kartoffeln haben ein unterdurchschnittliches Ergebnis erzielt. Der Saisonbeginn war durch einen Lagerbestand von nicht verarbeiteten Kartoffeln belastet. Die fehlende Nachfrage aus der Gastronomie und aus Großverpflegungseinrichtungen nach verarbeiteten Kartoffeln konnte der Haushaltskonsum von frischen Kartoffeln und Kartoffelerzeugnissen nicht kompensieren. Eine gute Ernte führte zusammen mit dem Lagerbestand zu einer Angebotsmenge von 11,4 Mio. t Kartoffeln. Der Mengendruck führte zu einem Preis von 203 Euro / t im Jahresmittel. Der Produktionswert brach über 23 % ein und erreichte knapp über 2,3 Milliarden Euro.

Die Pandemie brachte durch die verschiedenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie erhebliche Probleme für die Erzeuger von Gemüse und Obst. Diese Produktionszweige setzen saisonal Arbeitskräfte aus anderen Mitgliedstaaten der EU ein. Durch die Reisebeschränkungen fehlten insbesondere zum Saisonbeginn die Arbeitskräfte. Ein vollständiger, kurzfristiger Ersatz durch inländische Kräfte war nicht möglich.

Die Erntemenge bei Frischgemüse lag in der Saison 2020 um 4,2 % unter der Vorjahresmenge. Die geringere Erntemenge führte nicht zu einem Preisanstieg. Die Erzeuger mussten bei deutlich höheren Kosten durch Auflagen zur Pandemiebekämpfung einen Preisrückgang von 6,4 % verkraften. Die Gemüseerzeuger werden insgesamt einen Produktionswert von ca. 3,1 Mrd. Euro erzielen, der um 10,4 % unter dem Vorjahreswert liegt.

Die Obstproduzenten verzeichnen eine Erntemenge, die knapp 10 % unter Vorjahresniveau liegt. Die Daten zur Obsternte im zweiten Halbjahr fielen schlechter aus, als in der ersten Schätzung erwartet. auch der Marktpreis entwickelte sich nicht wie in der ersten Schätzung erwartet. Mit einem Marktpreis von jetzt geschätzten 761 Euro / t wird ein Produktionswert von insgesamt 801 Millionen Euro erwartet. Der Marktpreis liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres.

Bei Wein macht sich die kleinere Ernte im Jahr 2019 mit einer hohen Qualität bemerkbar. Der Produktionswert erreicht nach bisherigen Daten knapp 1,6 Mrd. Euro.

Für die pflanzliche Erzeugung wird in Summe ein Produktionswert von 27,3 Mrd. Euro erwartet. Dies ist ein Minus von 2 % gegenüber dem Vorjahr.

Tierische Erzeugnisse:

In der Tierproduktion wird mit geschätzten 13,9 Mrd. Euro das Vorjahresergebnis um 5,6 % verfehlt.

Bei einem Schlachtvolumen auf Vorjahresniveau und geringeren Schlachtviehpreisen bei Rindern wird ein Produktionswert von knapp 3 Mrd. Euro erreicht. Der Durchschnittspreis für Rinder ohne Kälber wird auf 3 071 Euro pro Tonne SG geschätzt. Der Vorjahrespreis wurde um 3,7 % unterschritten.
Bei Kälbern wird ein deutlicher Rückgang des Produktionswertes auf 140 Mio. Euro (-50 %) geschätzt. Für Rinder insgesamt (incl. Kälber) wird der Produktionswert auf 3,1 Mrd. Euro geschätzt.

Bei Schweinen führen zwei Faktoren zu einem deutlich schlechteren Ergebnis. Nach einem sehr guten Jahresbeginn mit Erzeugerpreisen bis 2.- Euro / kg SG und einem hohen Exportvolumen zum asiatischen Markt brach das europäische und inländische Geschäft durch die Coronapandemie ein. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie führten innerhalb Europas zu einem unterschiedlich stark ausgeprägten Lock-down der Wirtschaft. Die Schließung der Binnengrenzen und des Hotel- und Gaststättengewerbes drückten das innereuropäische Handelsvolumen und die Nachfrage der Großverbraucher. Dies leitete eine Preiswende ein. Im Frühsommer folgte die Schließung von Schlacht- und Zerlegebetrieben wegen Coronavirusausbrüchen. In der Folge entstand ein Überhang an schlachtreifen Schweinen, der zusätzlich auf den Preis drückte. Ende des Sommers Überschritt die Afrikanische Schweinepest die deutsche Grenze. In der Folge wurde Deutschland für den Import in wichtigen asiatischen Ländern gesperrt. Dies führte zu einem Erzeugerpreis unter 1,30 Euro / kg SG. Die Binnennachfrage nach Schweinefleisch bleibt durch den neuerlichen teilweisen Lock-down bis Weihnachten auf den Lebensmittelhandel beschränkt. In der 48. KW fiel der Preis für Schweine unter 1,20 Euro / kg SG bei einem weiterhin bestehenden Überhang an schlachtreifen Schweinen. Dieser Überhang ist nicht auf Deutschland begrenzt, sondern betrifft ebenso benachbarte Mitgliedstaaten in der EU. Der Produktionswert fiel wegen der fehlenden Erholung im Weihnachtsgeschäft auf 7,4 Mrd. Euro. Das Schlachtvolumen wird auf Jahressicht etwa 1,4 % unter dem Vorjahreswert liegen. Der durchschnittliche Erzeugerpreis erreichte 1.605 Euro / t SG und liegt 6 % unter dem Vorjahr.

Bei Geflügel insgesamt stieg das Produktionsvolumen um 4 % an. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Jahrespreis um 6,7 %. Dies führte zu einem Rückgang des Produktionswertes um 3,4 % auf knapp 2,5 Mrd. Euro.

Die tierischen Erzeugnisse insgesamt verzeichnen ein Minus von 3,5 % beim Produktionswert und erreichen wegen der teilweise rückläufigen Preise einen Gesamtwert von 12,2 Mrd. Euro.

Im Jahr 2020 haben die deutschen Molkereien insgesamt etwa die gleiche Milchmenge erfasst wie im Vorjahr. Trotz der Mengendisziplin der Erzeuger fiel der Milchpreis um 3,7 %. Hier machte sich die ausbleibende Nachfrage von Großverbrauchern ebenfalls bemerkbar. Der Produktionswert sank um 3,7 % auf knapp 10,8 Mrd. Euro.

Die Eiererzeugung stieg 2020 um 1,7 % an. Der Preis war insbesondere in der zweiten Jahreshälfte stark rückläufig. Im Gesamtjahr wird der Preis bei 1.208 Euro / Tonne um 4,7 % unter dem Vorjahr liegen. Der Produktionswert wird mit rund 1,1 Mrd. Euro geschätzt und liegt damit rund 3 % unter dem Wert des Vorjahres.

Die tierische Erzeugung insgesamt wird im Jahr 2020 einen geschätzten Gesamtwert von knapp 26,1 Mrd. Euro erreichen und bleibt damit 4,7 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Gesamtleistung

Die Gesamtleistung der Landwirtschaft wird im Jahr 2020 rund 56,8 Mrd. Euro erreichen. Dies ist ein Minus von 2,9 % gegenüber dem Jahr 2019.

Der Einsatz von Vorleistungen wird auf ca. 36 Mrd. Euro geschätzt. Dies entspricht einem Anstieg um 0,3 %.

Bei Düngemittel zeichnet sich ein Rückgang der Ausgaben von 0,4 % ab. Für Futtermittel mussten deutsche Landwirte im Jahr 2020 insgesamt rund 15 Mrd. Euro aufwenden. Dies ist etwa 1,4 % weniger als im Vorjahr.

Die Nettowertschöpfung liegt nach den vorläufigen Daten bei rund 9,3 Mrd. Euro. Dies sind 17,8 % weniger als im Vorjahr.

Die Subventionen werden um 3,5 % niedriger auf knapp 7 Mrd. Euro geschätzt. Hier wirkt sich der Wegfall der Dürrebeihilfen und die Verlagerung von Zahlungen in die zweite Säule aus.

Der Nettounternehmensgewinn aller deutschen Landwirte in 2020 wird auf knapp 7,7 Mrd. Euro geschätzt. Dies bedeutet einen Rückgang um 10 %.

Landwirtschaftliche Gesamtrechnung 2020

Daten über Deutschland

Verkaufserlöse der Landwirtschaft nach Erzeugnissen

Produktionswert der Landwirtschaft

Produktionswert des Bereichs Landwirtschaft

Vorleistungen für den Bereich Landwirtschaft

Ausgaben der Landwirtschaft für zugekaufte Futtermittel

Ausgaben der Landwirtschaft für Handelsdünger

Ausgaben der Landwirtschaft für Treib-, Energie- und Schmierstoffe

Investitionen und Abschreibungen in der Landwirtschaft

Wertschöpfung der Landwirtschaft

Aufwendungen der Landwirtschaft für Löhne und Unfallversicherung

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