Wir verwenden Cookies, um Ihnen die optimale Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen. Es werden für den Betrieb der Seite nur notwendige Cookies gesetzt. Details in unserer Datenschutzerklärung.
Hier beginnt der Hauptinhalt dieser Seite
Die Europäische Union und Indien haben ein Freihandelsabkommen vereinbart, das die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Partnern weiter stärken soll.
Das Abkommen hat weitreichende Auswirkungen auf die Landwirtschaft: Die hohen Zölle auf EU-Ausfuhren von Agrar- und Ernährungsgütern, die im Durchschnitt über 36 Prozent betragen, werden abgeschafft oder gesenkt. So werden zum Beispiel die indischen Zölle auf Wein beim Inkrafttreten des Abkommens von 150 Prozent auf 75 Prozent reduziert und später auf bis zu 20 Prozent gesenkt. Auch die Zölle auf Olivenöl werden innerhalb von fünf Jahren von 45 Prozent auf 0 Prozent gesenkt. Für landwirtschaftliche Verarbeitungserzeugnisse, wie Brot und Süßwaren, werden Zölle um bis zu 50 Prozent gesenkt.
Einige europäische Agrarsektoren bleiben geschützt, da Produkte, wie Rindfleisch, Hühnerfleisch, Reis und Zucker, im Rahmen des Abkommens von der Liberalisierung ausgenommen sind.
Im Jahr 2025 hat Deutschland nach vorläufigen Zahlen (Januar bis November) Güter der Land- und Ernährungsindustrie im Wert von 1,2 Milliarden Euro aus Indien eingeführt. Die Ausfuhren lagen mit rund 111 Millionen Euro deutlich darunter. Damit ist Deutschland beim Handel mit Indien Netto-Importeur im Ernährungs- und Agrarbereich.
Auf Platz eins der aus Indien eingeführten Produkte landete Kaffee. 2025 importierte Deutschland Kaffee im Wert von 154 Millionen Euro. Darauf folgten Ölkuchen, hauptsächlich Sojabohnenschrot, mit einem Handelsvolumen von 151 Millionen Euro. Unter den Einfuhren von tierischen Lebensmitteln lagen Fisch und Fischzubereitungen mit knapp 90 Millionen Euro an der Spitze.
Die Ausfuhren von Deutschland nach Indien wurden von Milch und Milcherzeugnissen (ohne Butter und Käse) dominiert. Das Handelsvolumen betrug hier rund 39 Millionen Euro. 86 Prozent entfielen davon auf genießbare Molkenproteine. Darauf folgten Zucker und Zuckererzeugnisse mit einem Wert von knapp 23 Millionen Euro.
Auch im Handel mit der EU überwiegen die Importe aus Indien. Diese beliefen sich 2024 auf einen Warenwert von 4,23 Millionen Euro. Die Ausfuhren aus der EU nach Indien summierten sich auf knapp einer Milliarde Euro.
Unter den Importen aus Indien landeten Fisch und Fischzubereitungen mit rund 843 Millionen Euro auf Platz eins. Darauf folgte Kaffee mit einem Umsatz von 666 Millionen Euro. Die Einfuhren von Rohtabak in die EU beliefen sich auf 335 Millionen Euro.
Wie sich der Außenhandel zwischen der EU und Indien sowie zwischen Deutschland und Indien, im Bereich der Land- und Ernährungswirtschaft im Detail gestaltet, erfahren Sie in unserer Visualisierung zum Außenhandel.
Die ausführliche Statistik finden Sie hier: Außenhandel mit Indien
Mit etwa 1,43 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern ist Indien das bevölkerungsreichste Land der Welt. Die Landwirtschaft nimmt eine zentrale Stellung in der indischen Wirtschaft ein. Etwa 60 Prozent der Landfläche werden landwirtschaftlich genutzt, rund die Hälfte davon als Ackerland und Dauerkulturen. Mit diesem Flächenpotenzial verfügt Indien über die zweitgrößte Ackerfläche der Welt, die sich auf 160 Millionen Hektar erstreckt. Mehr als 40 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt, die rund 16 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt.