Ernährungswirtschaft: Versorgungsbilanzen

Die Versorgungsbilanzen dienen der Darstellung von Aufkommen und Verwendung der landwirtschaftlichen Produktion. Neben Daten zu Erzeugung und Verbrauch fließen auch Handelsdaten aus Einfuhr und Ausfuhr mit ein. Ein wesentlicher Aspekt ist die Bereitstellung von Informationen über den der Landwirtschaft nachgeordneten Nahrungsmittel- und Industriesektor. In diesem Zusammenhang geben die Bilanzen auch Auskunft über Parameter wie den Grad der Selbstversorgung (SJT-4010200-0000) oder den Pro-Kopf-Verbrauch (SJT-4010500-0000, SJT-4010600-0000).

Zur Berechnung der Versorgungsbilanzen werden die Ergebnisse der amtlichen Agrarstatistik, der Ernteberichterstattung, der Außenhandelsstatistik (sowohl Handel innerhalb der Europäischen Union als auch mit Drittstaaten), der Meldungen über Marktordnungswaren sowie der Bevölkerungsstatistik und weitere Datenquellen herangezogen. Versorgungsbilanzen für pflanzliche Produkte basieren auf dem Wirtschaftsjahr; für tierische Produkte wird das Kalenderjahr genutzt.

Tabellen zu den einzelnen Versorgungsbilanzen finden Sie hier:

Interaktive Grafiken zu den Versorgungsbilanzen sind über folgende Links abrufbar:

Was ist der Selbstversorgungsgrad?

Eines der fünf Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union ist es, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sicherzustellen. Der Selbstversorgungsgrad ist ein Maßstab, die Erreichung dieses Ziels zu messen. Er zeigt an, in welchem Umfang die Erzeugung der heimischen Landwirtschaft den Bedarf (Gesamtverbrauch) decken kann. Von der heimischen Erzeugung wird der in andere Staaten ausgeführte Anteil abgezogen, der eingeführte Anteil hinzugefügt. Die Inlandserzeugung (das Aufkommen) wird also durch den Verbrauch (die Verwendung) geteilt, wobei der Außenhandelsanteil herausgerechnet wird.

Der Verbrauch setzt sich je nach Produkt zusammen aus: Nahrung (was wird von der Bevölkerung und den Haustieren verzehrt), industrielle Verwertung (z.B. Getreide zur Alkoholgewinnung, Kartoffeln zur Stärkeerzeugung), Futtermittel (z.B. Gerste wird an Schweine verfüttert), Saatgut (z.B. Getreide, das im Folgejahr ausgesät wird) und Marktverluste (z.B. Getreide, das auf dem Weg zum Endverbraucher unbrauchbar wird).