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Ernährung, Fischerei

Honig, Kakao

Versorgung mit Honig und Kakao

Honigbilanz 2021 vorläufig

Die Zahl der Bienenvölker nimmt weiter zu – Honigertrag sinkt.

Im Jahr 2021 wurden nach Erhebungen des Deutschen Imkerbundes bundesweit knapp eine Millionen Bienenvölker gehalten. Dies sind wiederum fast vier Prozent mehr als im Vorjahr. Der Trend zunehmender Völkerzahlen setzt sich damit kontinuierlich fort.

Der Durchschnittsertrag je Volk lag im Jahr 2021 bei nur 19,2 kg, dies sind etwa 65 Prozent des Vorjahres.

Bei einer deutschen Gesamterzeugung von 19,6 Millionen kg (rund 33 Prozent weniger als im Vorjahr) wurde der mit Abstand meiste Honig von den bayerischen Imkern mit 4,7 Millionen kg produziert. Es folgten Sachsen mit 2,2 Millionen kg und das Rheinland mit 1,5 Millionen kg. Die Erzeugung in Baden betrug nur ein Zehntel des Vorjahres, Württemberg erreichte mit 0,4 Millionen kg nur 13 Prozent der Vorjahresmenge. Mit einem Durchschnittsertrag von fast 47 kg Honig im Jahr 2021 wurde der höchste Ertrag je Bienenvolk in Sachsen-Anhalt erzielt, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 39 kg je Bienenvolk.

Im Jahr 2021 wurden nach vorläufigen Daten rund 78,5 Millionen kg Honig eingeführt und 29,3 Millionen kg ausgeführt. Der Importüberschuss sank im Vergleich zum Vorjahr um 11,1 Millionen kg auf rund 49,2 Millionen kg. Die wichtigsten Herkunftsländer für deutsche Honigimporte sind die Ukraine, gefolgt von Mexiko und Argentinien.

Der Nahrungsverbrauch bei Honig betrug im Jahr 2021 insgesamt 68,8 Millionen kg. Dies sind nur 77 Prozent des Vorjahresverbrauchs. Dementsprechend fiel der Pro-Kopf-Verbrauch auf 662 Gramm (in Zuckerwert). Der Selbstversorgungsgrad sank im gleichen Zeitraum von 33 auf 28 Prozent.

Schlechteste Honigernte seit fünf Jahren

Vom Deutschen Imkerbund wurde für 2021 die schlechteste Honigernte seit fünf Jahren vermeldet. In Baden-Württemberg sei es sogar die schlechteste Frühjahrstracht seit mehr als 30 Jahren gewesen. Schuld daran sei außer dem Stressfaktor Varroamilbe, vor allem die feuchtkühle Witterung des gesamten letzten Jahres, besonders in den südlichen Teilen Deutschlands, welches bewirkt, dass die Honigbienen im Stock bleiben. Die verringerte Ernte wird dann meist für die Eigenversorgung verwandt. Nach Schätzungen der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim könnte es nach dem Winter zu einem Völkersterben von 25 Prozent gekommen sein, ein schlechter Start für die neue Saison. Sogar negative Auswirkungen auf die kommende Obsternte werden nach Angaben der Landesanstalt befürchtet.

Imkerei bleibt trotzdem attraktiv

Die Zahl der Bienenvölker in Deutschland ist weiterhin im Steigen begriffen. Die Zahl der Völker hat sich seit 2007 um ein Viertel auf über eine Million im Jahr 2021 erhöht. Die Zahl der Imker sei sogar um die Hälfte gestiegen.

Quelle: BLE, Referat 414

Versorgung mit Kakao

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Kakao ist von 3,0 kg im Wirtschaftsjahr 2019/20 auf 2,7 kg im Wirtschaftsjahr 2020/21 gesunken. Nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beläuft sich der Gesamtverbrauch auf 279.400 Tonnen, einschließlich verarbeiteter Erzeugnisse.

Ganzjährig nahm die Vermahlung 2021 nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 Prozent auf 393.311 Tonnen zu.

Nach Meldungen des BDSI stiegen die Vermahlungsmengen in Deutschland im Wirtschaftsjahr 2020/21 von 370.050 Tonnen, auf 385.196 Tonnen.

Europaweit wurden im Gesamtjahr 2021, 1.456.306 Tonnen vermahlen. Dies bedeutet ein Anstieg um 6,1 Prozent.

Die Einfuhr von Kakao und kakaohaltigen Erzeugnissen betrug in Deutschland nach Berechnungen der BLE 2020/21 rund 940.845 Tonnen.

Der BDSI vermerkt für 2020, 59,8 Prozent aller Rohkakaolieferungen von der Elfenbeinküste, gefolgt von Nigeria, mit 15,1 Prozent und Ghana, mit 9,3 Prozent. In der Summe stiegen (laut BDSI) die Importausgaben um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Nachhaltiger Kakao

Der Anteil von nachhaltig erzeugtem Kakao in den in Deutschland verkauften Süßwaren belief sich im Jahr 2020 auf 77 Prozent und war somit innerhalb eines Jahres um 5 Prozent gestiegen. Die Bundesregierung verfolgt somit weiter ihr Ziel, 100 Prozent des Kakaos in Deutschland unter fairen Bedingungen zu produzieren und zu handeln.

Quelle: BLE (414)

Visualisierung der Versorgungsbilanz zu Honig und Kakao