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Ernährung, Fischerei

Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte

Bei den Hülsenfrüchten, auch Leguminosen genannt, handelt es sich um Samen von Pflanzen, die in einer Hülse heranreifen. Zu den bekanntesten Hülsenfrüchten zählen Kichererbsen, Linsen, Bohnen, Erbsen, Sojabohnen, Lupinen und Erdnüsse. Obwohl Hülsenfrüchte hierzulande überwiegend als Futtermittel verwendet, sollte ihre Eignung als Nahrungsmittel nicht unterschätzt werden. Laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) enthält kein anderes pflanzliches Lebensmittel so viel Protein wie Hülsenfrüchte.

Im laufenden Jahr 2021 wurden insgesamt knapp 219.000 Hektar Körnerleguminosen angebaut. Das ist ein Anstieg von knapp elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch nehmen Hülsenfrüchte in Deutschland damit nur 1,9 Prozent der Ackerfläche ein. Mit einer verwendbaren Erzeugung von 557.000 Tonnen beträgt der Selbstversorgungsgrad von Hülsenfrüchten 61 Prozent. Der derzeitige Pro-Kopf-Verbrauch liegt zwischen ein bis zwei Kilogramm.

Die Vorteile der Hülsenfrüchte auf einen Blick:

  • Beitrag zum Klimaschutz durch reduzierten Einsatz von Stickstoffdüngemitteln, CO2-Einsparung und höhere Energieeffizienz
  • Auflockerung enger Fruchtfolgen – Erhöhung der Agrobiodiversität
  • Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit
  • Positive Humuswirkung
  • Trachten für Honig- und Wildbienen und andere Bestäuber
  • Positive phytosanitäre Einflüsse in der Fruchtfolge im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes
  • Besseres Wasserhaltevermögen der Böden
  • Zunahme der Regenwurmpopulation
  • Tiefe Durchwurzelung, Aufschluss von Bodenschadverdichtungen

Zukunftsperspektive Hülsenfrüchte

Da Leguminosen als heimische Eiweißträger mit ihren positiven Umweltleistungen in mehreren Zukunftsstrategien u.a. zur Humanernährung sowie in der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)-Periode eine wesentliche Rolle spielen, gewinnen sie an Bedeutung. Die Zielgröße in der Ackerbaustrategie des BMEL sind zehn Prozent der Ackerfläche (ca. 1,2 Millionen Hektar). Dieser Anteil an der Ackerfläche berücksichtigt die Anforderungen an nachhaltige Fruchtfolgen, die für Hülsenfrüchte mehrjährige Anbauabstände erfordern.

Es ergeben sich daraus Austauscheffekte in den Anbauflächen und Anpassungen bei den Futterflächen und Viehbeständen. Hierfür werden durch entsprechende Maßnahmen der GAP, u.a. auch Fördermittel, die erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen.

Von der Gesamternte an Körnerleguminosen, die sich auf 3 bis 3,5 Millionen Tonnen belaufen würde, stände der größere Anteil (ca. zwei Millionen Tonnen) für Futterzwecke zur Verfügung und könnte die derzeitigen Sojaimporte von 3,4 Millionen Tonnen (Nettoeinfuhr) spürbar reduzieren. Der kleinere Teil (ca. eine Million Tonnen) könnte zu Nahrungszwecken verwendet werden. Damit läge der Pro-Kopf-Verbrauch mit zwölf Kilogramm deutlich über dem derzeitigen Verbrauch von etwa ein bis zwei Kilogramm. Der Planet Health-Diet-„Speiseplan der Zukunft“ empfiehlt sogar 27 Kilogramm pro Kopf, eine Menge, die jedoch selbst in Ländern mit hohem Hülsenfruchtanteil in der Ernährung eher selten erreicht wird.

Ein wesentlicher Vorzug der Familie der Hülsenfrüchte ist die Vielfalt der verfügbaren Nutzpflanzenarten, deren Anbau inzwischen deutschlandweit wieder ausgedehnt oder – wie bei Soja und Kichererbsen – neu eingeführt wurde: Das gesamte verfügbare Ackerland Deutschlands ist für den Anbau einer oder mehrerer dieser Pflanzenarten geeignet, allen gemeinsam ist die Eignung als Nahrungsmittel zur Proteinversorgung, fast alle werden als Futtermittel eingesetzt, Soja und Erbsen finden darüber hinaus auch zu energetischen bzw. technischen Zwecken Verwendung. Als Blütenpflanzen haben sie vielfältige positive Effekte auf das Insektenleben.

Quelle: BLE, 415