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Landwirtschaft

Qualität der Getreideernte

Qualität und Sorten der Getreideernte 2020

Aus den Untersuchungen von Getreideproben der Ernte 2020 werden nachstehend schwerpunktmäßig Werte über Qualität und Sortenverteilung aufgeführt.

Feuchtigkeitsgehalt und Schwarzbesatz wurden nur anhand der Volldruschproben ermittelt. Die Angaben sind daher, besonders auf Landesebene, weniger repräsentativ. Gegenüber dem Vorjahr kann im deutschlandweiten Schnitt bei den Getreidearten Roggen, Wintergerste und Triticale ein höherer Feuchtigkeitsgehalt und Schwarzbesatz festgestellt werden. Beim Winterweizen blieben die Werte für Feuchtigkeit und Schwarzbesatz unverändert, das galt auch für den Schwarzbesatz bei Hafer. Dagegen verzeichnen Sommergerste und Hafer einen leichten Rückgang beim Feuchtigkeitsgehalt. Bei Sommergerste ist auch der Schwarzbesatz leicht gesunken.

Der Anteil des Getreides mit Auswuchs wurde anhand der Volldruschproben ermittelt. Die Auswuchsschäden waren in diesem Jahr witterungsbedingt bei fast allen Getreidearten insgesamt etwas höher als im Vorjahr. Bei Triticale lag der Auswuchs bei über 50 %.

Die Qualität der deutschen Weizen- und Roggenernte 2020 wurde wie alljährlich von dem Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel1), am Standort Detmold anhand der Probeschnitt- und Volldruschmuster untersucht.

Proteingehalt

Die Winterweizenernte 2020 weist im Durchschnitt aller untersuchten Proben aus dem Bundesgebiet einen Proteingehalt von 12,4 % auf. Dieser Wert ist damit etwas niedriger als im Vorjahr (12,7 %) und liegt um 0,4 % unter dem Mittel (12,8 %) der vergangenen zehn Jahre. Der Sedimentationswert, ein indirektes Maß für die Proteinqualität, liegt mit 42 ml unter dem Wert des Vorjahres (44 ml) und unter dem Durchschnittswert der vorausgehen- den zehn Jahre (45 ml). Das anhand von Proteingehalt, Sedimentationswert und Backqualitätsgruppe berechnete Backvolumen im Rapid-Mix-Test (RMT; berechnet nach Laidig et.al., 2018) liegt mit 602 ml pro 100 g Mehl unter dem Ergebnis des Vorjahres (612 ml/100 g Mehl) und unter dem Zehnjahresmittel (621ml/100 g Mehl).

Gemessen an den Verhältnissen der Ernte 2019, in der bundesweit 0,1 % aller untersuchten Proben eine Fallzahl von unter 160 s und 1,1 % unter 220 s aufwiesen, sind die Werte mit 0,3 % unter 160 s und 1,5 % unter 220 s in diesem Jahr aufgrund des guten Witterungsverlaufes zur Ernte auf einem vergleichbaren Niveau.

Die untersuchten Sorten der Qualitätsgruppe E lieferten einen Gesamteiweißgehalt von durchschnittlich 13,3 %, dieser liegt um 0,4 % niedriger als im Erntejahr zuvor. Der Sedimentationswert ist im Vergleich zum Vorjahr (59 ml) mit 55 ml auch gesunken. Im A-Segment wurden 12,3 % Proteingehalt und 43 ml Sedimentationsvolumen festgestellt. Der Proteingehalt ist in diesem Segment im Vergleich zum Vorjahr (12,7 %) leicht gesunken. Auch der Sedimentationswert ist mit 43 ml im Vergleich zum Vorjahr (46 ml) gesunken. Die B-Weizensorten ergaben einen mittleren Proteingehalt von 11,9 % (2019: 12,0 %) und einen mittleren Sedimentationswert von 34 ml (2019: 35 ml). Im C-Weizensortiment wurde ein etwas höherer Proteingehalt (10,2 %) und ein etwas höherer Sedimentationswert (23ml) als 2019 (12,5 %, 30 ml) ermittelt.

Brotroggenqualität

Die Brotroggenqualität wird üblicherweise im Handel mit den Merkmalen der Stärkebeschaffenheit (Fallzahl > 120 s), der Amylogramm-Verkleisterungstemperatur (> 63 °C) und Amylogramm-Maximum-Viskosität (> 200 AE) definiert. Die im Erntejahr 2020 insgesamt als unproblematisch zu bewertende Situation in den verschiedenen Anbaugebieten findet ihren Ausdruck in der Betrachtung des bundesweiten Durchschnitts. Danach liegt der Brotroggenanteil der diesjährigen Roggenernte bei 99,8 %.

Getreidesorten

Zur Verbreitung der Getreidesorten in den Ländern und im Bundesgebiet im Jahr 2020 lässt sich im Rahmen der Ergebnisse der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung folgendes feststellen:

Bei den Winterweizensorten erzielte auch 2020 die Sorte „Reform RGT“ (19,9 %) den Spitzenplatz. Es folgten die Sorten „Patras“ (5,8 %), „Apostel“ (4,2 %) und „Informer“ (3,9 %).

Die Roggensorte mit der größten Verbreitung war 2020 „KWS Binntto“ (14,8 %). Die Sorten „SU Performer“ (14,7 %) und „KWS Serafino“ (12,2 %) lagen auf Platz zwei und drei.

Die Wintergerstensorten „KWS Kosmos“ (12,4 %) und „Sandra“ (10,7 %) lagen in diesem Jahr vorne, „KWS Meridian“ (8,1 %) lag dieses Jahr knapp unter „Quadriga“ (8,3 %) auf Platz vier.

Bei Sommergerste bildet die Sorte „Avalon“ (31,7 %) die Spitze gefolgt mit einem großen Abstand von der Sorte „Planet (RGT)“ (17,9 %). Am dritt- und vierthäufigsten wurden die Sorten „Quench“ (12,7 %) und „Solist“ (9,0 %) angebaut.

Mehr als die Hälfte der Haferanbaufläche wurde mit den Sorten „Max“ (45,2 %) und „Apollon“ (13,9 %) bestellt. Auf den nächsten Plätzen rangierten die Sorten „Delfin“ (7,1 %) und „Bison“ (3,8 %).

Bei den Triticalesorten befindet sich “Lombardo“ mit über der Hälfte (52,8 %) auf dem ersten Platz, „Baro- lo“ (5,4 %) belegt Platz 2, gefolgt von „Cedrico“ (4,3 %) und „Agostino“ (3,9 %).

Diese und weitere Abbildungen und Tabellen sind in der Broschüre Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung 2020 enthalten.