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Landwirtschaft

Ausgaben

Ausgaben der Landwirtschaft

Um den möglichen Gewinn einschätzen zu können, muss neben der Umsatzhöhe auch die Höhe der Ausgaben bekannt sein.

Für den landwirtschaftlichen Betrieb als Einzelunternehmen ist deshalb wichtig vor dem Anbau einer Kultur oder dem Einstallen der Tiere zu wissen, in welchem Umfang diese geschehen soll und welche Preise beim Verkauf erzielt werden können. Auch sollten die möglichen Ausgaben durch zugekaufte Futter- und Düngemittel und der eingesetzte Energiebedarf bekannt sein, um den möglichen Gewinn zu bestimmen.

Wie hoch die Ausgaben landwirtschaftlicher Betriebe für zugekaufte Futter- und Düngemittel sowie die Ausgaben für Treib-, Energie- und Schmierstoffe in Deutschland sind, wird in der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung berechnet.

Ausgaben der Landwirtschaft für zugekaufte Futtermittel

Der Futterbedarf der in Deutschland gehaltenen 11,1 Millionen Rinder, der 24,7 Millionen Schweine und der über 173,1 Millionen Hühner, Enten, Gänse und Puten liegt bei knapp 73 Millionen Tonnen.

Dieses Futter setzt sich in etwa zu 50 Prozent aus Futterfrüchten und Nebenerzeugnissen wie Zwischenfrüchten, Raufutter, Silomais und Gras (frisch, als Heu und Silage) zusammen. Die andere Hälfte besteht aus Mischfutter, hofeigenem Getreide und zugekauftem Einzelfuttermittel.

Viele Futtermittel fallen in der Ernährungswirtschaft als Koppelprodukte etwa in Getreide- und Ölmühlen, in Brauereien, Zuckerfabriken und in Molkereien an und werden als Einzelfutter in den Verkehr gebracht.

Da bei tierhaltenden Betrieben die Futterkosten neben dem Stallbau den größten Kostenblock ausmachen, sind viele Betriebe bestrebt, einen möglichst großen Anteil der benötigten Futtermittel selbst anzubauen.

Dieses Jahr lagen die Ausgaben der Landwirtschaft für Futtermittel insgesamt bei 9.819 Millionen Euro (ohne Umsatzsteuer).

Davon nehmen die Ausgaben bei Mischfutter den größten Anteil mit 86 Prozent ein. So wurden dieses Jahr zirka 3. 166 Millionen Euro (ohne Umsatzsteuer) an Mischfutter für die Schweinefütterung gezahlt. Bei der Geflügelhaltung waren es 2.284 und bei der Rinderhaltung 1.885 Millionen Euro.

Die Ausgaben beim Einzelfutter liegen im Jahr 2021 bei 1.404 Millionen Euro. Die Koppelprodukte Ölkuchen und Ölschrote machten mit 701 Millionen Euro den größten Anteil, gefolgt vom Getreide mit 505 Millionen Euro aus.

Alle wichtigen Informationen der Ausgaben der Landwirtschaft für zugekauftes Futtermittel finden Sie in unserer Tabelle:

Ausgaben der Landwirtschaft für zugekaufte Düngemittel

Pflanzen benötigen zum Wachstum Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Jeder Wachstumszyklus entzieht dem Boden Nährstoffe, da das Erntegut abtransportiert wird. Durch den Einsatz von organischen und mineralischen Düngern fügen die Landwirtin und der Landwirt dem Boden Nährstoffe hinzu und sichern so langfristig hohe Erträge und erhalten so die Bodenfruchtbarkeit und Bodengesundheit.

Pflanzen benötigen Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis um optimal zu wachsen. Durch eine Düngung nach guter fachlicher Praxis wird gewährleistet, dass nicht zu viele Nährstoffe auf den Acker ausgebracht werden und diese nicht in Seen und Flüssen und ins Grundwasser gelangen können.

Mineraldünger wird aus dem Bergbau oder aus chemischen Produktionsprozessen gewonnen. Organischer Dünger hingegen fällt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in Form von Wirtschaftsdünger (Mist und Gülle) an. Des Weiteren kann organischer Dünger durch das Unterpflügen von Zwischenfrüchten wie Klee, Lupinen oder Ölrettich dem Boden zugeführt werden.

Die Ausgaben der Landwirtschaft für zugekaufte Düngemittel lagen im Jahr 2021 bei geschätzten 1.700 Millionen Euro (ohne Umsatzsteuer) und lagen damit auf dem gleichen Niveau des Vorjahres. Über die Hälfe der zugekauften Düngemittel macht das Stickstoff aus. Bei Phosphat, Kali und Düngekalt liegen die Ausgaben zwischen 150 und 290 Millionen Euro.

Ausgaben der Landwirtschaft für Treib-, Energie- und Schmierstoffe

Bei der Bodenbearbeitung, Saat und der Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln erleichtern Ackerschlepper die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte. Die Energieversorgung von landwirtschaftlichen Maschinen erfolgt fast ausschließlich mit fossilen Kraftstoffen in Form von Diesel. Der Verbrauch dieser Treibstoffe bedeutet Ausgaben, die zu tätigen sind. Vergangenes Jahr lagen die Ausgaben der Landwirtschaft für Brenn- und Treibstoffe bei über 2.647 Millionen Euro (ohne Umsatzsteuer).

Hohe Ausgaben müssen in der Landwirtschaft auch für Strom getätigt werden, denn Ställe müssen beispielsweise in der Geflügel- und Schweinehaltung erleuchtet, geheizt und gelüftet werden. Für einige Gartenbaubetriebe stehen hohe Heizkosten an, um ganzjährig die von den Konsumenten gewünschten Kulturen anbauen zu können.

In der Rinderhaltung spielt das Heizen eine untergeordnete Rolle. Kühe fühlen sich auch bei minus sieben Grad wohl. Hier ist das schnelle Abkühlen der Milch auf vier Grad Celsius entscheidend, um ein schnelles Wachstum der Bakterien zu verhindern und so die Qualität aufrechtzuerhalten, bis die Frischmilch zu Milch oder anderen Milchprodukten weiterverarbeiten werden kann.

Die Ausgaben in der Landwirtschaft für Strom lag vergangenes Jahr bei geschätzten 988 Millionen Euro (ohne Umsatzsteuer).

Im Hinblick auf den Klimawandel und die steigenden Preise der Energiestoffe sind Landwirtinnen und Landwirte bemüht ihre Energie effizienter einzusetzen, indem sie beispielsweise alte Heizungsanlagen und hochenergetische Lampen in Ställen austauschen oder sogar selbst Strom in Form von Biogas- und Solaranlagen erzeugen.

Darstellung der Ausgaben der Landwirtschaft