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Landwirtschaft

Hopfen

Hopfenanbau in Deutschland

Der Hopfen gehört zu der Familie der Hanfgewächse. Angebaut wird er an bis zu sieben Meter hohen Gerüstanlagen. Aus den Blüten reifen bis Ende August Dolden, die dann zur Weiterverarbeitung geerntet werden. Hopfen wird als Arzneipflanze, zum Beispiel als Schlaf- oder Beruhigungsmittel verwendet. Allerdings dient mit etwa 99 Prozent der gesamten Hopfenernte der größte Teil der Bierbrauerei. Der Hopfen gibt dem Bier seinen typischen Geschmack und Geruch und trägt zur Schaumbildung und Haltbarkeit bei. Bier zählt in Deutschland zu den beliebtesten alkoholischen Getränken. Wie hoch der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland ist, erfahren Sie in unserer Versorgungsbilanz Bier.

Hopfenanbaubetriebe und Hopfenanbaugebiete

2020 bauten 1.087 Betriebe Hopfen auf einer Gesamtanbaufläche von 20.706 Hektar an. Beim Anbau wird zwischen Aroma- und Bitterhopfen unterschieden. Wie der Name schon vermuten lässt, steht bei Aromasorten ein gutes Aroma im Fokus und der Bitterstoffgehalt ist verhältnismäßig gering. Bitterstoffsorten hingegen haben einen hohen Bitterstoffgehalt, dafür aber häufig weniger Aroma. In Deutschland entfällt etwa die Hälfte der Anbaufläche auf Aroma- beziehungsweise Bitterstoffsorten.

Auch im Anbau von Hopfen spiegelt sich der Strukturwandel der Landwirtschaft wieder. Seit 2005 ist die Anzahl der Höfe, die Hopfen kultivieren, um etwa ein Drittel zurückgegangen. Gleichzeitig wächst die Hopfenanbaufläche. So ist die Fläche seit 2015 um knapp 3.000 Hektar gestiegen.

Das Bedürfnis der Pflanze nach lockeren und tiefgründigen Böden sowie ausreichend, aber nicht zu viel, Sonne und Regen erlaubt den Hopfenanbau nur in bestimmten Regionen. So gibt es auch in Deutschland traditionelle Anbauregionen. Das größte Anbaugebiet Deutschlands und gleichzeitig das größte der Welt ist die Hallertau in Bayern mit 880 Betrieben auf 17.233 Hektar im Jahr 2020. Darauf folgen Elbe-Saale in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen mit 1.564 Hektar bewirtschaftet von 29 Höfen und Tettnang mit 1.479 Hektar und 125 Betrieben in Baden-Württemberg. Gesiegelt und verkauft werden kann nur Hopfen, der aus anerkannten Anbaugebieten stammt. Hallertau, Tettnang und Elbe-Saale sind dafür mit der geschützten geografischen Angabe (g. g. A.) geschützt. Das Anbaugebiet Spalt trägt die geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.).

86 Prozent des deutschen Hopfens aus der Hallertau

Im Jahr 2020 wurden knapp 47.000 Tonnen Hopfen in Deutschland geerntet. Somit sank die Hopfenernte im Vergleich zum Vorjahresertrag von 48.472 Tonnen um etwa drei Prozent. Trotzdem lag sie deutlich über dem durchschnittlichen Ertrag der letzten fünf Jahre (40.585 Tonnen). Die überwiegende Menge Hopfen kam 2020 mit 40.285 Tonnen aus dem Anbaugebiet Hallertau. Darauf folgten die Regionen Elbe-Saale und Tettnang mit jeweils knapp 3.000 Tonnen. Die übrigen Anbaugebiete machten mit 762 Tonnen nur einen geringen Anteil aus. Der durchschnittliche Hopfenertrag in Deutschland betrug 226 Tonnen pro Hektar.