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Eine Voraussetzung, um die hohe Nachfrage an Produkten aus Schweinefleisch zu erfüllen, ist ein großer Bestand. Im Mai 2026 lag dieser laut vorläufigen Zahlen bei insgesamt 21 Millionen Schweinen. Den größten Anteil davon nahmen mit 13,1 Millionen Tieren die Mast- und Jungschweine ein.
Die Schweinehaltung ist über das gesamte Bundesgebiet verbreitet. Dennoch gibt es Bundesländer, in denen der Schweinebestand deutlich höher ist. Die mit Abstand meisten Schweine wurden im Mai 2026 in Niedersachsen gehalten - insgesamt 6,8 Millionen Tiere. Mit 5,9 Millionen Schweinen folgte Nordrhein-Westfalen auf dem zweiten Platz.
Die Anzahl der schweinehaltenden Betriebe geht bereits seit Jahrzehnten erheblich zurück. Allein in den vergangenen 15 Jahren sank sie um fast 54 Prozent auf derzeit 14.700 Betriebe in Deutschland (laut Viehbestandserhebung) – eine Messgröße für den Strukturwandel in der Schweinehaltung.
Durch den stärkeren Rückgang der schweinehaltenden Betriebe, im Vergleich zum Schweinebestand, erhöhte sich die Zahl der Schweine pro Landwirtin und Landwirt im selben Zeitraum deutlich: Die durchschnittliche Bestandsgröße ist seit 2011 um fast 70 Prozent gestiegen. Lag der Durchschnitt 2011 noch bei 844 Tieren, leben aktuell 1.432 Tiere durchschnittlich in einem Betrieb. Durch die Spezialisierung in der Schweinehaltung geht die Zahl der kleinen Betriebe zurück und Betriebe mit über 1.000 Schweinen werden zum Standard.
3101400-2023 Betriebe mit Schweinehaltung nach Bestandsgrößenklassen
3101510-2023 Betriebe mit Haltung von Schweinen nach Bestandsgrößenklassen
3101600-2023 Betriebe mit Zuchtsauenhaltung nach Bestandsgrößenklassen
0117430-0000 Betriebe mit Haltung von Schweinen nach Bestandsgrößenklassen
0117460-0000 Betriebe mit Zuchtsauenhaltung nach Bestandsgrößenklassen
Nach den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 standen für die Schweinehaltung in Deutschland 27,8 Millionen Haltungsplätze zur Verfügung. Der Spaltenboden war dabei das dominierende Haltungsverfahren: 96 Prozent der Haltungsplätze in den landwirtschaftlichen Betrieben waren Spaltenböden. Dabei wird in Voll- und Teilspaltenböden unterschieden. In beiden Varianten werden Kot und Harn durch kleine Schlitze im Boden abgeführt. Mit 79 Prozent (22 Millionen Haltungsplätze) ist der Vollspaltenboden das am häufigsten genutzte Haltungsverfahren in Deutschland.
Mit etwa 896.100 Betrieben waren dabei die meisten Schweinehalter der EU in Rumänien zu finden. 94 Prozent dieser rumänischen Betriebe hielten unter fünf Großvieheinheiten (GV). Die meisten großen Betrieben mit 100 bis 499,9 GV befanden sich hingegen mit 11.400 Haltern in Deutschland. Bei der Größenklasse von 500 GV und mehr lag Deutschland mit 2.600 Haltern ebenfalls vorne. Damit hielt Deutschland 2023 die meisten Schweine in der EU (22,4 Millionen). Auf dem zweiten Platz folgte Frankreich mit 12,3 Millionen Schweinen.
Das Schwein wurde schon vor über 9.000 Jahren als Nutztier domestiziert. Früher wurde es in kleinen Höfen gehalten, in denen das Vieh teilweise mit den Menschen unter einem Dach lebte. Die Schweinehaltung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten allerdings rasant verändert. Heutzutage ist sie größtenteils in spezialisierten Betrieben mit großen Tierbeständen zu finden. Ausschlaggebend für die Spezialisierung ist, dass die unterschiedlichen Produktionsabschnitte Zucht, Ferkelerzeugung und Mast spezielle Anforderungen und Kenntnisse von den Landwirtinnen und Landwirten fordern.
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