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Schweinehaltung Tierhaltung

Schweinefleisch ist der wichtigste Fleischlieferant Deutschlands und spielt eine entscheidende Rolle in der heimischen Landwirtschaft. Die Statistiken zum Schweinebestand, der Haltungsformen, der ökologischen Schweinehaltung und den Schweinebeständen in der EU finden Sie hier.

Das Schwein ist eines der ältesten Nutztiere

Schwein auf der Wiese
©BLE, Bonn/Foto: Dominic Menzler

Das Schwein wurde schon vor über 9.000 Jahren als Nutztier domestiziert. Früher wurde es noch in kleinen Höfen gehalten, in denen das Vieh in geringer Stückzahl teilweise mit den Menschen unter einem Dach lebte. Die Schweinehaltung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten allerdings rasant verändert. Heutzutage ist die Schweinehaltung größtenteils in spezialisierten Betrieben mit großen Tierbeständen zu finden. Ausschlaggebend für die Spezialisierung ist, dass die unterschiedlichen Produktionsabschnitte Zucht, Ferkelerzeugung und Mast spezielle Anforderungen und Kenntnisse von den Landwirtinnen und Landwirten fordern.

Welche Bedeutung nimmt die Schweinehaltung in Deutschland ein?

Rund ein Viertel des Produktionswertes von tierischen Erzeugnissen der deutschen Landwirtschaft geht auf die Schweinehaltung zurück. Nach vorläufigen Angaben der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung lag der Produktionswert für Schweine im Jahr 2023 bei rund 8,9 Milliarden Euro.

Wie viele Schweine leben in Deutschland?

Eine Voraussetzung, um die hohe Nachfrage an Schweineprodukten zu erfüllen, ist ein großer Schweinebestand. Im Mai 2023 lag der Schweinebestand bei insgesamt 20,7 Millionen Schweinen. Den größten Anteil davon nahmen mit 13,3 Millionen die Mast- und Jungschweine ein.

Die Schweinehaltung ist über das gesamte Bundesgebiet verbreitet. Dennoch gibt es Bundesländer, in denen der Schweinebestand deutlich höher ist. Die mit Abstand meisten Schweine wurden im Mai 2023 in Niedersachsen gehalten. Die Anzahl lag in diesem Bundesland bei 7,1 Millionen Tieren. Mit 5,7 Millionen Schweinen folgte Nordrhein-Westfalen auf dem zweiten Platz. Die wenigsten Schweine wurden im Saarland gehalten. Der Schweinebestand in dem kleinen Bundesland lag bei etwa 1.800.

Wie werden Schweine gehalten?

Haltungsverfahren für Schweine

Nach den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 standen für die Schweinehaltung in Deutschland 27,8 Millionen Haltungsplätze zur Verfügung. Der Spaltenboden war dabei das dominierende Haltungsverfahren: 96 Prozent der Haltungsplätze in den landwirtschaftlichen Betrieben waren Spaltenböden. Dabei wird in Voll- und Teilspaltenböden unterschieden. In beiden Varianten werden der Kot und Harn durch kleine Schlitze im Boden abgeführt. Mit 79 Prozent (das entsprach 22 Millionen Haltungsplätzen) ist der Vollspaltenboden das beliebteste Haltungsverfahren der Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland.

Betriebe mit Schweinehaltung

Die Zahl der Schweine in Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert. Allerdings geht die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung kontinuierlich zurück. Zwischen 2010 und 2020 hat sich die Zahl der Betriebe um 47 Prozent verringert – eine Messgröße für den Strukturwandel in der Schweinehaltung. Durch den Rückgang der Betriebe mit Schweinehaltung und einem konstanten Schweinebestand erhöhte sich die Zahl der Schweine pro Landwirtin und Landwirt in den letzten zehn Jahren. Hielt ein Betrieb im Jahr 2010 im Schnitt 460 Schweine, so hält er im Jahr 2020 etwa 825 Schweine. Durch die Spezialisierung in der Schweinehaltung geht die Zahl der kleinen Betriebe zurück und Betriebe mit über 1.000 Schweinen werden zum Standard. In Betrieben mit 1.000 bis 1.999 Haltungsplätzen wurden 2020 32 Prozent der Schweine in Deutschland gehalten.

Ökologische Schweinehaltung

Die ökologische Schweinehaltung ist bis jetzt eine Nische, die einen positiven Trend zeigt. Im Jahr 2016 gab es 1.517 Betriebe mit 196.000 Schweinen. Bis zum Jahr 2020 ist die Zahl auf 1.566 Betriebe mit 212.000 Schweinen gestiegen. Ein Betrieb hält im Durchschnitt 136 Schweine. Die meisten Schweine in ökologischer Haltung sind in den Bundesländern Bayern (35.000), Baden-Württemberg (31.000) und Niedersachsen (30.000) zu finden.

Schweinebestände in den EU-Mitgliedstaaten

Schweinebestand in den EU-Mitgliedstaaten

In der EU hat die Schweinehaltung eine große wirtschaftliche Bedeutung. Mit einem Produktionswert von 43 Milliarden Euro war sie im Jahr 2022 nach der Milchproduktion das tierische Erzeugnis mit dem höchsten Produktionswert. Weitere Daten zur Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung der EU befinden sich hier: LGR der EU.

Insgesamt 1,2 Millionen Betriebe hielten im Jahr 2020 Schweine in der EU. Mit etwa 775.600 Betrieben waren die meisten dabei in Rumänien zu finden. Die Landwirtinnen und Landwirte in Rumänien zählten mit 96 Prozent zu den kleinen Betrieben, die unter zehn Großvieheinheiten (GV) halten. Bei den großen Betrieben mit 200 bis 499,9 GV, befanden sich mit 8.100 Haltern die meisten in Deutschland. Bei der Größenklasse von 500 GV und mehr lag Deutschland mit 3.000 Haltern hinter Spanien mit 5.300 Haltern. Damit hielt Spanien 2020 die meisten Schweine in der EU (30,1 Millionen). Auf dem zweiten Platz folgte Deutschland mit 26,3 Millionen Schweinen.

Visualisierte Auswertung der Schweinehaltung und Bestandsklassen

Anmerkungen

Die Angaben zur Viehhaltung stammen aus den nach dem Agrar­statistikgesetz repräsentativ oder allgemein (total) durchgeführten Viehbestandserhebungen. Neben der Veröffentlichung der Ergebnisse für die einzelnen Tierarten nach Kategorien wird die im Rahmen der Land­wirt­schafts­zählung/ Agrarstrukturerhebung vorgenommene Auswertung nach Betriebs- und Bestands­größen­klassen für Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel insgesamt sowie für einzelne Kategorien dargestellt. Die Begriffe "Rinder" und "Schweine" schließen jeweils alle Kategorien ein, d. h. bei Rindern auch Kälber, Kühe und Bullen, bei Schweinen auch Ferkel, Zuchtsauen und Eber.

Seit Mai 1999 wurde die allgemeine Erhebung in den Jahren 2001, 2003 und 2007 durchgeführt, Anfang Mai für Rinder, Schweine, Schafe, Pferde und Geflügel; in den anderen Jahren wurden Anfang Mai Rinder, Schweine und Schafe repräsentativ erhoben. Im November jeden Jahres werden Rinder und Schweine erhoben. Die Angaben zu den Rinderbeständen sowie zur Zahl der Rinderhalter werden seit Mai 2008 der HIT-Rinderdatenbank entnommen und sind mit denen aus vorhergehenden Zeiträumen nur bedingt vergleichbar. Seit 2009 werden die Kälber und Jungrinder gemäß EU-Verordnung 1165/2008 neu abgegrenzt. Eine Vergleichbarkeit ist nur mit der Position "Kälber und Jungrinder bis 1 Jahr gesamt" gegeben.

Seit 2010 werden die Bestände an Geflügel und Einhufern nur noch im Rahmen der dreijährlich stattfindenden Agrarstrukturerhebungen erfasst. Die Schweinebestände werden im Mai und im November in einer besonderen Stichprobenerhebung ermittelt, in der Betriebe mit mindestens 50 Schweinen oder 10 Zuchtsauen einbezogen sind, um insbesondere die kleineren Betriebe zu entlasten. Daher sind die Schweinebestände zu den Vorerhebungen nur begrenzt vergleichbar; die Betriebszahlen sind nicht vergleichbar. Die Schafbestände wurden 2010 im Rahmen der Landwirtschaftszählung erhoben und werden seit 2011 im Rahmen der Viehbestandserhebung im November repräsentativ ermittelt.

Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamtes

Im Jahr 2022 lag der gesamte Pro-Kopf-Verbrauch von Schweinefleisch bei 35,5 Kilogramm. Darunter wurden 28,2 Kilogramm für den menschlichen Verzehr bestimmt.
Versorgungsbilanz Fleisch

Anzahl, Menge und Schlachtpreise zu Schlachtschweinen werden wöchentlich bei Preismeldung Fleisch erfasst.