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Die Obstbäuerinnen und Obstbauern ernteten in Deutschland nach vorläufigen Zahlen rund 890.600 Tonnen Äpfel. Damit lag die Erntemenge um 22 Prozent unter der überdurchschnittlichen Ernte des Vorjahres. Grund dafür sind Schäden durch Hitze und Trockenheit, aber auch durch Hagel.
Bei Birnen fiel die Ernte 2026 mit 40.900 Tonnen gut aus. Im Vergleich zum Vorjahr war die Erntemenge leicht rückläufig (-3,3 Prozent). Verglichen mit dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre wurden 2026 allerdings voraussichtlich 7,7 Prozent mehr Birnen geerntet.
2026 wurden in Deutschland rund 48.500 Tonnen Kirschen geerntet. Mit 80 Prozent oder 38.900 Tonnen fiel der größte Anteil auf Süßkirschen, die weiteren 9.600 Tonnen auf Sauerkirschen. Damit legte die Kirschenernte im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent zu. Bereits 2025 fiel die Ernte überdurchschnittlich hoch aus. Die höhere Ernte im aktuellen Jahr lässt sich vor allem auf die optimalen Witterungsbedingungen im Frühjahr zurückführen. Es gab während der entscheidenden Entwicklungsphasen der Bäume so gut wie keine relevanten Spätfröste, die in früheren Jahren oft große Teile der Blüten zerstörten. Zudem bot das Wetter von Ende März bis Mai ideale Bedingungen für die Bestäubung durch Bienen. Es gab kaum starken, langanhaltenden Niederschlag, der die Blüten beschädigen oder die Fruchtbildung hätte hindern können. Die wärmeren Bedingungen infolge des Klimawandels begünstigen tendenziell die Reife und den Ertrag von Kirschen.
Die deutschen Obstbaubetriebe ernteten 2026 rund 49.300 Tonnen Pflaumen und Zwetschgen. Damit verzeichneten sie einen Rückgang um rund vier Prozent im Vergleich zur Vorjahresernte. Die größten Anbauländer waren in Deutschland dabei Baden-Württemberg, mit einer Erntemenge von circa 24.100 Tonnen, und Rheinland-Pfalz mit 9.900 Tonnen. Die Obstbäuerinnen und Obstbauern ernteten im gleichen Jahr 5.600 Tonnen Mirabellen und Renekloden. Das waren 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Fläche im Baumobstanbau 2026 lag laut vorläufigen Schätzungen bei rund 46.550 Hektar. Davon entfielen 32.630 Hektar auf Apfel- und rund 5.640 Hektar auf Süßkirschenplantagen. Bei beiden Fruchtarten ging die Anbaufläche damit im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Weitere bedeutende Baumobstarten sind Pflaumen und Zwetschgen, Birnen, Sauerkirschen sowie Mirabellen und Renekloden. Diese nahmen jedoch eher kleine Flächenanteile ein.
Die Baumobstfläche wird alle fünf Jahre in der Baumobstanbauerhebung ermittelt, zuletzt 2022. In den Jahren dazwischen kann mit Hilfe der Flächenangaben des Ernte- und Betriebsbericht: Baumobst eine Annäherung der Baumobstfläche berechnet werden – allerdings ohne Berücksichtigung der Anbauflächen von Aprikosen, Pfirsichen, Quitten, Walnüssen, Haselnüssen und sonstigem Baumobst.
Äpfel, Birnen, Süßkirschen sowie Pflaumen und Zwetschen wurden 2025 zu rund 70 Prozent und mehr als Tafelobst verwendet. Bei Mirabellen und Renekloden hingegen diente jeweils etwa die Hälfte als Tafelobst und als Verwertungs- und Industrieobst. Der Anteil der Erntemenge, der weiterverarbeitet wurde, war bei Sauerkirschen mit 92 Prozent mit Abstand am größten. Die höchsten Mengen, die nicht abgeerntet oder vermarktet wurden, traten mit 4,5 Prozent bei Süßkirschen auf.
2022 bauten in Deutschland 6.510 Betriebe Baumobst an. Gegenüber 2012 war dies ein Rückgang von 13 Prozent. Dagegen wuchs die Baumobstanbaufläche Deutschlands innerhalb der letzten zehn Jahre insgesamt um etwa acht Prozent. Zwischen 2017 und 2022 nahm sie dabei leicht ab. Ein durchschnittlich großer Betrieb verfügte demnach 2012 über eine Baumobstfläche von sechs Hektar. 2017 waren es schon sieben Hektar. Aktuell liegt dieser Wert bei 7,6 Hektar. Diese Zahlen zeigen, dass der Strukturwandel im Marktobstanbau anhält.