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Landwirtschaft

Kartoffeln und Zuckerrüben

Kartoffeln und Zuckerrüben

Kartoffeln und Zuckerrüben zählen zu den sogenannten Hackfrüchten. Als Hackfrüchte werden Kulturpflanzen bezeichnet, deren Anbau traditionell durch wiederholtes Hacken des Bodens zur Beikrautentfernung gekennzeichnet ist. Dadurch wird verhindert, dass die Feldfrüchte überwachsen werden. In Deutschland werden Hackfrüchte wie Futterkohl, Kohl- und Stoppelrüben oder Futtermöhren als Futtermittel kultiviert. Den weitaus größten Anteil an Hackfrüchten auf deutschen Äckern machen allerdings Kartoffeln und Zuckerrüben aus.

Kartoffeln

Pellkartoffeln, Bratkartoffeln, Kartoffelbrei oder Pommes – die Kartoffel kann vielfältig in der Küche verarbeitet werden. Insgesamt 68 Prozent der Inlandsverwendung von 7,29 Millionen Tonnen Kartoffeln im Wirtschaftsjahr 2020/21 wurden für Nahrungszwecke verbraucht. Neben der menschlichen Ernährung wird die Kartoffel als Tierfutter verfüttert und in der Industrie, zum Beispiel zur Gewinnung von Stärke, eingesetzt. Laut der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung entfielen im Jahr 2021 93 Prozent der 1,5 Milliarden Euro Verkaufserlöse von Kartoffeln auf Speisekartoffeln. Der Rest wurde mit Industriekartoffeln erwirtschaftet. Mehr Informationen zur Versorgung mit Kartoffeln in Deutschland finden Sie in der Kartoffelbilanz.

Kartoffelanbau

2020 bauten 27.300 Höfe in Deutschland Kartoffeln an. Die meisten davon bewirtschafteten 2020 eine Fläche von 20 bis 50 Hektar (6.200), gefolgt von 6.000 Betrieben mit 50 bis 100 Hektar und 5.900 Betrieben mit 100 bis 500 Hektar.

Im Jahr 2021 betrug die Ackerfläche mit Kartoffeln 259.300 Hektar. Somit wuchsen Kartoffeln auf etwa zwei Prozent des gesamten Ackerlandes. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Kartoffelanbaufläche um 14.200 Hektar. Der Anbauschwerpunkt lag auch 2021 auf den Bundesländern Niedersachsen mit einer Fläche von 115.400 Hektar, Bayern mit 39.100 Hektar und Nordrhein-Westfalen mit 38.100 Hektar.

Kartoffelernte

Laut vorläufigen Berechnungen wurden 2021 10,6 Millionen Tonnen Kartoffeln in Deutschland geerntet. Damit sank die Erntemenge um rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Den mit Abstand höchsten Anteil an der Kartoffelernte hatte 2021 mit 45,4 Prozent das Bundesland Niedersachsen. Nordrhein-Westfalen erzielte 2021 mit 46,1 Tonnen pro Hektar den höchsten Ertrag unter den Bundesländern. Darauf folgten Bayern mit 42 Tonnen pro Hektar und Niedersachsen mit 41,8 Tonnen pro Hektar. Alle anderen Bundesländer hatten einen Hektarertrag unter dem bundesweiten Durchschnitt von 41 Tonnen.

Bei Kartoffelsorten wird zwischen Speisesorten und Wirtschaftssorten unterschieden. Industriell genutzte Kartoffeln haben hierbei häufig einen höheren Gehalt an Stärke. Je nach Verarbeitungszweck ist außerdem eine große Knolle und glatte Oberfläche relevant. Den größten Anteil an den Speisesorten hatte 2020 die Sorte Belana mit 6,3 Prozent gefolgt von der Sorte Gala mit 4,8 Prozent. Die Sorte Fontane war mit einem Anteil von 8,6 Prozent die wichtigste Wirtschaftssorte.

Weitergehende Angaben über die Menge und Qualität der Kartoffelernte finden Sie in der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung.

Zuckerrüben

Laut vorläufigen Berechnungen lag der Nahrungsverbrauch von Zucker im Wirtschaftsjahr 2020/21 in Deutschland bei 32,5 kg pro Kopf. Während weltweit Zuckerrohr mehr als vier Fünftel der erzeugten Zuckermenge ausmacht, wird in Deutschland zur Zuckerproduktion die Zuckerrübe angebaut.

Zuckerrübenanbau

2020 wurde eine Fläche von 386.000 Hektar von 24.400 Betrieben mit Zuckerrüben bestellt. Laut vorläufigen Zahlen stieg die Zuckerrübenanbaufläche 2021 auf 391.000 Hektar. Somit wurden 2,4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche und 3,4 Prozent des Ackerlandes für den Anbau von Zuckerrüben genutzt. Der größte Anteil der zuckerrübenproduzierenden Höfe hatte eine Betriebsgröße von 100 bis 500 Hektar. Die Zahlen sind ohne Betriebe und Flächen für die Saatguterzeugung.

Für eine gute Ernte benötigt die Zuckerrübe tiefgründige sandig-lehmige Böden und ein gemäßigt warmes Klima. Daraus entstanden historische Anbauregionen in Deutschland: In 2021 lagen 24,6 Prozent der deutschen Zuckerrübenanbaufläche in den niedersächsischen Bezirken Braunschweig, Hannover und Lüneburg. Neben dem Anbau in Niedersachsen werden Zuckerrüben vor allem in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt kultiviert.

Zuckerrübenernte

Im Jahr 2020 wurden 28,6 Millionen Tonnen Zuckerrüben in Deutschland geerntet. Der Hektarertrag betrug 74,2 Tonnen. Die Ernte der Rüben erfolgt mit einer spezialisierten Maschine: dem Zuckerrübenvollernter. Sie köpft den Rübenkopf mit Blättern ab und rodet dann den Rübenkörper aus der Erde.

Was wird aus Zuckerrüben hergestellt?

Zuckerrüben dienen hauptsächlich der Zuckerherstellung. Dazu werden sie nach der Ernte in Zuckerfabriken transportiert. In mehreren Schritten wird dort zuckerhaltiger Saft gewonnen und anschließend zu Sirup eingedickt. Aus dem Rübensirup wird dann der Kristallzucker herausgetrennt. Der in Deutschland erzeugte Zucker wird etwa zur Hälfe weiterverarbeitet – zum Beispiel in Getränken, Süß- und Backwaren. Weitere Informationen zur Verwendung von Zucker hält die Versorgungsbilanz Zucker für Sie bereit.

Bei der Ernte und Verarbeitung zu Zucker fallen Rübenblätter, Schnitzel und Melasse an, die als Futtermittel genutzt werden.

Zusätzlich werden Zuckerrüben neben der Zuckererzeugung zunehmend für die Biogasgewinnung und Bioethanolproduktion angebaut.