Qualität und Sorten der Getreideernte 2019

Aus den Untersuchungen von Getreideproben der Ernte 2019 werden nachstehend schwerpunktmäßig Werte über Qualität und Sortenverteilung aufgeführt.

Feuchtigkeitsgehalt und Schwarzbesatz wurden nur anhand der Volldruschproben ermittelt. Die Angaben sind daher, besonders auf Landesebene, weniger repräsentativ. Gegenüber dem Vorjahr kann im deutschlandweiten Schnitt bei den meisten Getreidearten ein leichter Anstieg des Feuchtigkeitsgehalts festgestellt werden. Ausnahme ist Triticale, bei der die Feuchtigkeit gesunken ist. Der Schwarzbesatz ist im deutschlandweiten Schnitt zum Vorjahr bei den Getreidearten Winterweizen, Wintergerste und Hafer konstant geblieben. Lediglich bei der Sommergerste und Triticale hat der Schwarzbesatz zugenommen, beim Roggen wird ein minimaler Rückgang verzeichnet.

Der Anteil des Getreides mit Auswuchs wurde anhand der Volldruschproben ermittelt. Die Auswuchsschäden in diesem Jahr entsprechen mit Ausnahme von Triticale den Werten des Vorjahres.

Die Qualität der deutschen Weizen- und Roggenernte 2019 wurde wie alljährlich vom Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, am Standort Detmold anhand der Probeschnitt und Volldruschmuster untersucht.

Proteingehalt

Die Winterweizenernte 2019 weist im Durchschnitt aller untersuchten Proben aus dem Bundesgebiet einen Proteingehalt von 12,7 % auf. Dieser Wert ist damit etwas niedriger als im Vorjahr (12,9 %) und liegt um 0,1 % unter dem Mittel (12,8 %) der vergangenen zehn Jahre. Der Sedimentationswert, ein indirektes Maß für die Proteinqualität, liegt mit 44 ml unter dem Wert des Vorjahres (46 ml) und unter dem Durchschnittswert der vorausgehenden zehn Jahre (45 ml). Das anhand von Proteingehalt, Sedimentationswert und Backqualitätsgruppe berechnete Backvolumen im Rapid-Mix-Test (RMT; berechnet nach Laidig et.al., 2018) liegt mit 612 ml pro 100 g Mehl unter dem Ergebnis des Vorjahres (618 ml/100 g Mehl) und unter dem Zehnjahresmittel (622 ml/100 g Mehl).

Gemessen an den Verhältnissen der Ernte 2018, in der bundesweit 0,7 % aller untersuchten Proben eine Fallzahl von unter 160 s und 1,6 % unter 220 s aufwiesen, sind die Werte mit 0,1 % unter 160 s und 1,1 % unter 220 s in diesem Jahr aufgrund des Witterungsverlaufes zur Ernte wesentlich besser ausgefallen.

Die untersuchten Sorten der Qualitätsgruppe E lieferten einen Gesamteiweißgehalt von durchschnittlich 13,7 %, dieser liegt um 0,5 % niedriger als im Erntejahr zuvor. Der Sedimentationswert ist im Vergleich zum Vorjahr (65ml) mit 59 ml auch gesunken. Im A-Segment wurden 12,7 % Proteingehalt und 46 ml Sedimentationsvolumen festgestellt. Der Proteingehalt ist in diesem Segment im Vergleich zum Vorjahr (13,0 %) leicht gesunken. Auch der Sedimentationswert ist mit 46 ml im Vergleich zum Vorjahr (50 ml) gesunken. Die B-Weizensorten ergaben einen mittleren Proteingehalt von 12,0 % (2018: 12,4 %) und einen mittleren Sedimentationswert von 35 ml (2018: 39 ml). Im C- Weizensortiment wurde ein etwas höherer Proteingehalt (12,5 %) und ein etwas höherer Sedimentationswert (30ml) als 2018 (12,2 %, 29 ml) ermittelt.

Brotroggenqualität

Die Brotroggenqualität wird üblicherweise im Handel mit den Merkmalen der Stärkebeschaffenheit (Fallzahl > 120 s), der Amylogramm-Verkleisterungstemperatur (> 63 °C) und Amylogramm-Maximum-Viskosität (> 200 AE) definiert. Die im Erntejahr 2019 insgesamt als unproblematisch zu bewertende Situation in den verschiedenen Anbaugebieten findet ihren Ausdruck in der Betrachtung des bundesweiten Durchschnitts. Danach liegt der Brotroggenanteil der diesjährigen Ernte auf 99 %.

Getreidesorten

Zur Verbreitung der Getreidesorten in den Ländern und im Bundesgebiet im Jahr 2019 lässt sich im Rahmen der Ergebnisse der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung folgendes feststellen:

Auch 2019 erzielte bei den Winterweizensorten „Reform RGT“ (18,1 %) erneut den Spitzenplatz. Es folgten die Sorten „Patras“ (6,4 %), „Elixer“ (3,4 %) und „Tobak“ (3,3 %).

Die Roggensorte mit der größten Verbreitung war auch in diesem Jahr „KWS Binntto“ (15,5 %). Die Sorten „SU Performer“ (14,6 %) und „KWS Serafino“ (9,7 %) lagen auf Platz zwei und drei.

Die Wintergerstensorten stellten sich in der Reihenfolge unverändert mit „KWS Meridian“ (14,0 %) und „Sandra“ (11,1 %) an der Spitze auf, gefolgt von der neuen Sorte „California“ (10,6 %).

Wie auch im Vorjahr übernahm bei der Sommergerste die Sorte „Avalon“ (32,0 %) erneut deutlich die Führung, „Planet RGT“ (21,5 %) befand sich auf dem zweiten Platz. Am dritt- und vierthäufigsten wurden die Sorten „Quench“ (11,8 %) und „Solist“ (9,1 %) angebaut.

Die Hafersorte „Max“ (40,1 %) führte wie in den Vorjahren und gewann an Dominanz. Auch „Apollon“ (14,4 %) erlangte wie bereits im Vorjahr die zweite Position. Auf den nächsten Plätzen rangierten die Sorten „Scorpion“ (6,3 %) und „Ivory“ (4,4 %).

Bei den Triticalesorten verlor die Sorte „Augostino“ (6,1 %) an Gewicht und tauschte mit der Sorte „Barolo“ (9,2 %). „Lombardo“ (45,0 %) war auch 2019 am stärksten verbreitet.

Diese und weitere Abbildungen und Tabellen sind in der Broschüre Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung 2019 enthalten.